Donnerstag, 16. Juni 2016

Aktive und passive Regenerationsmaßnahmen


Im letzten Beitrag habe ich euch den Zusammenhang zwischen Belastung und Entlastung erklärt. Einen entscheidenden Part spielt dabei die Regeneration. Um die Regeneration des Läuferkörpers zu verkürzen. Unterschieden wird in aktive und passive Regenerationsmaßnahmen. Wobei es bei den beiden Bereichen geht, erkläre ich euch heute.


Aktive Regeneration
Bei der aktiven Regeneration geht es darum, die Durchblutung zu verbessern. Konkret wird dabei versucht, den Abbau und Austausch von (durch das Training "geschädigte") Gewebe und die sogenannten Stoffwechselzwischenprodukte zu beschleunigen. Ein Stoffwechselzwischenprodukt ist beispielweise Laktat, welches bei Übersäuerung der Muskulatur unter Belastung entsteht. Wir Läufer kennen es zum Beispiel als "brennende Oberschenkel". Aktive Regenerationsmaßnahmen stellen zudem einen anderen und somit neuen Trainingsreiz für den Körper dar. Das Ziel dabei ist, sich Bewegungsformen abseits der eigentlichen Sportart (in unserem Fall dem Laufen) zu suchen. Bei der Wahl alternativer Trainingsformen sollte darauf geachtet werden, dass die Bewegungen den vollen Bewegungsumfang des Bewegungsapparates ausreizen - jedoch die durch die eigentliche Sportart beanspruchten Gelenke nicht zusätzlich zu beanspruchen.

Zwei für alle Sportler sinnvolle Arten der aktiven Regeneration sind Radfahren oder Aquagymnastik/Aquajoggen. Beide Aktivitäten schonen die beim Laufen besonders beanspruchten Knie- und Sprunggelenke, wodurch  sich diese zugleich von der Belastung des Laufens erholen können. Im Wasser ergeben sich für den Körper gleich mehrere positive Effekte. Der Auftrieb des Wassers ermöglicht es den Muskeln und Nerven des Körpers, sich zu entspannen. Außerdem wirkt sich der hydrostatische Druck bei Bewegungen im Wasser ähnlich auf den Körper aus wie das Tragen von Kompressionsstrümpfen.
Ebenfalls zur aktiven Erholung zählen an das Training anschließende Dehnungs- bzw. Gymnastikeinheiten sowie das Ausrollen der Muskulatur mittels Blackroll, wie ihr auf den Bildern sehen könnt.


Passive Regeneration
Neben der aktiven Erholung kann auch die passive Erholung dazu beitragen, die Gewebegesundheit zu verbessern und die Regenerationsfähigkeit des Körpers zu erhöhen. Wie der Name schon 
sagt, muss man bei dieser Form der Erholung nicht selbst aktiv werden - was gerade für den mentalen Bereich des regelmäßigen Trainings sehr angenehm ist. Klassische passive Regenerationsmaßnahmen sind Massage und Physiotherapie. Auch der Gang in die Sauna oder das Dampfbad fördert 
die Durchblutung der Gefäße. Generell ist ein Aufenthalt in der Therme wohltuend für die beanspruchten Läuferkörper. Eine einfache Möglichkeit stellen auch sogenannte Wechselbäder (30sec kaltes Wasser gefolgt von 30sec sehr warmes Wasser – mit mehreren Durchgängen) dar. 
Ebenso möglich sind Kältebäder – etwa 5-10min in einer 15-18° kühlen Badewanne gefolgt von einer heißen Dusche. Die einzelnen Maßnahmen werden entweder als kurze Abschnitte in das 
tägliche Trainingsprogramm integriert oder als eigenständige Einheiten 
in den Trainingsplan aufgenommen. 



Fröhliches Regenerieren :-)
Euer Running-Coach

Mittwoch, 8. Juni 2016

Kletternetz, Reifen, Strohballen und Gatsch - viiiiel Gatsch

Rasende Reporterin Alice berichtet über Ihr "dirty" Erlebnis beim XCross run in Wien 2016.


Es ist heiß und trocken, staubig. Der See lächelt mir schon vor dem Lauf einladend zu. Ein guter erster Eindruck: Keine Wartezeiten bei der Startnummer- und Startersackerlabholung. Auch die Hindernisse sind mir gleich sympathisch. Die Plane, die auf einem der Hügel als Wasserrutsche fungiert, sieht schon mal sehr nach Spaß aus. Und alles andere erscheint auch durchaus machbar.


Kurz darauf ist mein Freund auf Kameraposition und ich mache mich auch schon in den Startblock auf. Da läuft alles entspannt und ohne Gedränge ab, der Moderator macht nochmal richtig Stimmung und wenige Minuten später zählen wir auch schon den Countdown von 10 hinunter und „los geht’s!“.


Nur ein paar Meter geht es geradeaus. Dann gleich den ersten Hügel rauf und weiter über die erste Strohpyramide auf die Laufstrecke. Der Untergrund der Laufstrecke ist zum größten Teil Schotter und Erde. Es geht über Holzwände, vorbei an den noch zögernden Mitstreitern in die mit Gatsch und Wasser gefüllten Container. Weiter geht's zu einem großen Wasserbecken, über eine kleine Betonmauer - vorbei an den Sanitätern, die heute glücklicherweise nur zusehen dürfen. Das nächste Wasserhindernis naht, und damit die Abkühlung: Eine Brücke mit Sprinkleranlage. Ich freue mich schon drauf, und sehe wie die Gruppe vor mir geduscht wird. Als ich an der Reihe bin und drüber laufe, schaltet sich der Sprinkler jedoch nicht ein und verwehrt mir die Abkühlung. Grrrr... Der Fotograf ist aber sichtlich amüsiert.
Aber es wäre ja kein Hindernislauf, wenn nicht mindestens einmal Robben mit am Plan steht. Also heißt es auf allen Vieren unterm Netz durch, über Strohballen ins nächste kniehohe Wasserbecken. Gleich drauf geht es den steilen Hügel hinauf, der mich nun doch noch zur ersehnten Abkühlung bringt: die Wasserrutsche. Juhu und mit Schwung hinunter! Ja, die hat wirklich Spaß gemacht.




Weiter durch die Röhren, wieder auf allen Vieren, unter dem Kletternetzhindernis durch, steile Holzmauern mit Hilfe eines Seiles hinauf, durch Container voll mit Reifen und über Reifen balancieren. Unter den Röhren durch, noch etwas Laufstecke, einmal kurz Wasser trinken an der Labe und dann geht es auch schon zu den finalen Hindernissen: das Kletternetz war wirklich etwas tricky. Vor mir sind einige durch die Löcher des Netzes gestiegen und waren kurz gefangen in diesem Hindernis. Dann noch die letzte Holzwand hinauf, über Strohballen wieder hinunter und - Zielsprint!!



Danach konnte mich nichts mehr davon abhalten mich im See zu erfrischen. Eine echt nette Idee, den Lauf gleich neben einem See zu machen.

Alles in allem ein lustiger Lauf mit einfachen Hindernissen - ideal für Einsteiger in die Hindernislaufszene. Gut organisiert, keine Wartezeiten, eine schöne Location, ein gelungener Lauf und viele lachende und fröhliche Gesichter. So lässt sichs laufen :-)
Eure Alice
 
 
 

Donnerstag, 2. Juni 2016

Training und Regeneration



„Das Training passiert in den Pausen“ ist ein von vielen erfahrenen Lauftrainern gerne verwendeter Spruch. Doch was steckt dahinter? Was bedeutet das für meine eigenen Laufambitionen?

Dein wöchentliches oder gar tägliches Lauftraining ist die eine Sache. Du verfolgst deinen entweder selbst zusammengestellten oder vorgegebenen Trainingsplan, hakst dabei eine Einheit nach der anderen ab. Doch die am Ende einer jeden Trainingswoche gesammelten Laufkilometer, absolvierten Intensitäten (= Belastungen wie Fahrtspiel, Intervalle o.ä.) und absolvierten Trainingsstunden zählen am Ende nicht viel, wenn du auf eine wichtige Komponente des Trainings vergisst oder verzichten musst: deine Regeneration.

Das Prinzip der "Superkompensation"
Trainings- und Sportwissenschaftler haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das so genannte Prinzip der „Superkompensation“ beschrieben. Vereinfacht ausgedrückt setzt man mit dem Training einen Reiz, welcher vom Körper als Belastung wahrgenommen wird. Bei entsprechender Erholung reagiert das System so positiv auf die Reizsetzung, dass es zu einer Verbesserung des Ausgangsniveaus kommt und man einen positiven Trainingseffekt erreicht. Durch eine Aneinanderreihung von zeitlich abgestimmten Trainingsreizen kommt es zu einer steten Steigerung es Leistungsvermögens.



Was gilt es dabei aber zu beachten?
Ein positiver Trainingseffekt kann demnach nur dann einsetzen, wenn man Erholung (= Regeneration) entsprechend der gesetzten Belastungen anpasst. Darüber hinaus ist es auch notwendig, die Trainingsreize immer wieder dem neuen, erhöhten Ausgangsniveau anzupassen. Im besten Fall steigere ich also meine Leistungsfähigkeit durch optimale Abstimmung von Belastung und Erholung! Stimmt das Verhältnis zwischen Be- und Entlastung jedoch nicht, werde ich auch trotz „Abarbeitung“ meines Trainingsplans kaum Fortschritte machen – egal, wie häufig und intensiv ich trainiere!

Das Prinzip der Superkompensation besitzt für Läufer jeder Leistungsstufe seine Gültigkeit, weswegen also ALLE unter euch neben dem richtigen Training auch auf die entsprechende Regeneration beziehungsweise Erholung achten sollten!
Das Wichtigste für den Anfang ist nun, einen Zusammenhang zwischen Be- und Entlastung zu sehen und auch deren Bedeutung zu schätzen. Wer bei der Umsetzung seines Trainings von nun an darauf achtet, seinem Körper zwischen den (härteren) Trainings genügend Zeit zum Erholen zu geben, der macht schon sehr vieles richtig.

Entlastung heißt übrigens nicht nur (beispielsweise) jeden zweiten Tag laufen zu gehen, sondern kann viel mehr sein! Und das muss es ja letztlich auch, schließlich können Hobbyläufer bei entsprechender Trainingsplanung auch täglich Laufeinheiten absolvieren – und Profiläufer auch zwei bis sogar drei Läufe pro Tag! Es gilt: je öfter ich laufen/trainieren möchte, desto mehr muss ich auf meine Erholung achten und auf verschiedenste förderliche Regenerationsmaßnahmen zurückgreifen.
Welche Möglichkeiten es hier gibt, erfahrt ihr in meinem nächsten Blogbeitrag!

Euer Running-Coach

Mittwoch, 18. Mai 2016

Leistungsdiagnostik – schnell werden nach Plan

Gerade beim Laufen von Streckenlängen ab 5km ist es besonders wichtig, über die individuelle Trainings- und Wettkampfgeschwindigkeit Bescheid zu wissen. Nur so kann man das persönliches Maximum aus dem eigenen Körper herausholen. Gleichmäßiges Tempo im Wettkampf wie auch bei den wettkampfspezifischen Trainings ist für ein erfolgreiches Lauferlebnis notwendig.

Trainings- und Wettkampfpace können dabei zum Beispiel anhand bereits erzielter Wettkampfresultate errechnet werden. Wesentlich genauer ist jedoch eine Ermittlung der richtigen Tempobereiche mittels einer Leistungsdiagnostik. Hierbei hat sich laut Ausdauerexpertin Mag. Krista Brunner der Laktatstufentest – auch „Schwellentest“ genannt – durchgesetzt. Unter Ausdauersportlern ist der Stufentest deshalb so verbreitet, weil er der Expertin nach „relativ einfach in der Durchführung ist und somit kostengünstig angeboten werden kann“.


Laktattest
Beim Laktattest werden die Messgrößen Herzfrequenz und Laktatkonzentration im Blut (mmol/l) in Abhängigkeit zur körperlichen Belastung ermittelt. Während der Leistungsdiagnostik sind von den 
Teilnehmern mehrere "Stufen" zu absolvieren, wobei die Intensität über die Laufgeschwindigkeit mit jeder Stufe gesteigert wird. Generell sind Stufentests sportartspezifisch. Das heißt, die Ergebnisse dürfen nicht auf andere Ausdauersportarten wie beispielsweise Radfahren oder Schwimmen übertragen werden. Ebenso empfiehlt Expertin Krista Brunner, Ergebnisse von Tests auf dem Laufband nicht mit jenen von „Feldtests“ (etwa auf der 400m Bahn) zu vergleichen. Beim Test am Laufband herrschen „Laborbedingungen“ vor, während beim Feldtest äußere Einflüsse wie Wind, Regen, Hitze oder Kälte die Resultate beeinflussen können.

Ablauf des Tests

Zunächst werden die Messgrößen bei Ruhe aufgenommen. Danach wird die Laufgeschwindigkeit je nach Leistungsvermögen nach einer vorgegebenen Zeit um eine definierte Geschwindigkeit gesteigert. Zur Anwendung kommt stets ein im Vorhinein definiertes „Untersuchungsprotokoll“. 
Protokolle gibt es verschiedene. Entscheidend ist, dass die Leistungsdiagnostik stets nach ein und demselben Protokoll durchgeführt wird.

Beispielhafter Ablauf eines Laktat-Feldtests: 4-5x werden 1.200m oder 1.600m mit einer Startgeschwindigkeit von 5:20min/km gelaufen. Mit jeder Stufe wird die Geschwindigkeit um 20sec/km erhöht. Die weiteren Stufen wären somit 5:00 min/km, 4:40min/km, 4:20km/min und eventuell noch 4:00min/km.

Beispiel für Laktattest-Ergebnisse
Nach absolviertem Test erhält man die entsprechenden Herzfrequenzwerte für seine Trainingsbereiche sowie die Geschwindigkeiten in Anlehnung an die gemessenen Laktatwerte.
Hast du vor kurzem einen Laktattest absolviert, gelten für dich folgende Werte als Richtwerte für deine Wettkampfgeschwindigkeit:
           10km: ca. 4mmol/l
           Halbmarathon: ca. 3mmol/l
           Marathon: ca. 2mmol/l

Wichtig ist, dass alle gemessenen Werte bei einer Leistungsdiagnostik individuell und somit nicht mit deinem Laufpartner oder deiner Laufkollegin zu vergleichen sind! Jedoch sollte sich anhand der individuell ermittelten Laufgeschwindigkeiten leicht eine Trainingsgruppe in deiner Nähe finden lassen.

Für die Überprüfung deiner durch Berechnung oder Laktattest ermittelten Geschwindigkeit im Wettkampf sind GPS-Geräte perfekt. Egal ob Smartphone-App oder GPS-Uhr - diese Geräte helfen dir, dein geplantes Wettkampftempo gleichmäßig zu laufen.

Unser Fazit ist jedenfalls: Um die eigene Leistung effektiv zu verbessern und das persönliche Tempo konstant zu steigern, braucht es kompetente Beratung und fachliche Unterstützung. 

Mittwoch, 4. Mai 2016

Der Laufschuh-Guide



Der Frühling ist da! Man sieht es durch die blühende, grüne Natur. Es gibt wohl kaum eine schönere Zeit im Jahresverlauf als jetzt, um sich an der frischen Luft zu bewegen und an der Natur zu erfreuen. Das wechselhafte Wetter verdirbt zwar momentan ein wenig die Lust, doch man kann es auch dazu nutzen, sich neues Equipment für die hoffentlich bald wärmeren und sonnigeren Laufwochen anzuschaffen.
 
Wir haben uns beim Fachmann erkundigt, was es auf dem Laufschuhmarkt so Neues gibt: Schuhexperten Alfred Darabos, Verkaufsleiter beim neu eröffneten „RunInc. Store“ in Wien 1010.

Die Klassiker
Es gibt eine Fülle von „Klassikern“ unten den Laufschuhmodellen diverser Marken. ASICS hat seine Traditionsmodelle wie „Kayano“ oder „Nimbus“, Nike den „Pegasus“ mit mehr als 30jähriger Tradition – und die Trailrunning-Marke Salomon den „Speedcross“. Für viele LäuferInnen heißt es daher ohnehin bei einer Neuanschaffung: „Bitte den Nachfolger, der Schuh war super.“

Worauf es ankommt
Bei den meisten LäuferInnen macht es durchaus Sinn, sich ohne große Umschweife das Nachfolgemodell auszusuchen – frei nach dem Motto „never change a running system“. Dass es nur darauf ankommt, dass dein Schuh dir die pure Freude beim Laufen ermöglicht, weiß Alfred nur zu gut: „Er muss sich natürlich gut anfühlen, ohne Druckstellen und einem schon beim Hineinschlupfen das Gefühl vermitteln, dass der Schuh passt.“ 
Ein Qualitätsmerkmal neben der Passform ist auch die Anzahl der Kilometer und Jahre, die ein Laufschuh seine ursprünglichen Grundeigenschaften behalten kann. Die meisten Laufschuhe halten in etwa 800 - 1.000 km, wobei es darauf ankommt, wie oft und auf welchem Untergrund gelaufen wird. Alfred fügt hinzu: „Beim Laufschuh ist es wie beim Menschen, er braucht Regeneration; also Abstand zwischen seinen Einsätzen, damit die Dämpfungseigenschaften erhalten bleiben.“

Die verschiedenen Einsatzbereiche
Neben den kurz erwähnten Klassikern gibt es heutzutage eine vielfältige Auswahl an Laufschuhen für wirklich jeden Untergrund und Lauftyp. Laufschuhe lassen sich heute in vier Bereich gliedern, wobei deren Unterteilung gemäß Einsatzgebiet und Laufgeschwindigkeit erfolgt. Beim RunInc. Store wird beispielsweise in „Comfort“, „Natural“, „Speed“ und „Trail“ unterschieden. 
Unter Comfort fallen alle Schuhe, die für den klassischen Dauerlauf hergenommen werden. Die Schuhe sind entweder „neutral“ oder „gestützt“, um eine so genannte Pronation im Sprunggelenk (Nachinnenknicken bei der Abrollbewegung) auszugleichen. „Früher brauchte fast jeder Läufer einen gestützten Schuh, heute geht der Trend klar zu neutralen Schuhen“, weiß Alfred. 
Bei Natural geht es um Schuhe mit einer geringen „Sprengung“ (Höhendifferenz zwischen Ferse und Zehe im Schuh) und darum, aufgrund ihrer Bauart dem Barfußlaufen, das als natürlichstes Laufen gilt, sehr nahe zu kommen. 
Laufschuhe aus dem Speed-Sektor sind in ihrer Ausführung meist sehr leicht und mitunter minimalistisch gehalten. Es geht hierbei darum, gerade noch so viel Schuh wie nötig am Fuß zu haben, um auf Straße oder Bahn seine Bestzeiten attackieren zu können. 
Trailrunning gehört sicherlich zu dem Sektor, der in jüngster Vergangenheit am stärksten geboomt hat, was vor allem daran liegt, dass das Laufen im Gelände sehr vielfältig sein kann. Trail-Schuhe sind sehr stabil, zeichnen sich durch guten Halt (vor allem im Fersenbereich) aus und sind vom Sohlenaufbau und Abrollverhalten der Unwegsamkeit des Geländes angepasst.

Neue Trends
2016 ist aufgrund des Laufsport-Booms ein Jahr voller Innovationen und neuer Produkte. ASICS brachte beispielsweise den „Metarun“ heraus. Ein Schuh um stolze 250€, der jedoch mit gleich mehreren neuen Patenten neue Maßstäbe setzen soll. Gleichzeitig steht der „FuzeX“ (ebenfalls von ASICS) für die Verbindung von Laufschuh und Lifestyle, ist er doch vor allem optisch sehr gut gelungen.
Zum Thema Optik hat jedoch Nike den sprichwörtlichen Vogel abgeschossen. Der „Lunar Epic“ ist „modern, urban und bietet mit seiner Schaftkonstruktion das Gefühl, in einem Socken zu laufen“, meint Alfred. 
Salomon wiederum wartet gleich mit einer ganz neuen Serie namens „S-Lab“ auf. Es handelt sich hierbei um die absoluten Top-Modelle aus dem Trailrunning-Bereich. Absolut sensationell ist auch das von New Balance bei der Entwicklung verwendete Material „Fresh Foam“ – ein Schaumstoffgemisch, dass jedem Läufer die bestmögliche Dämpfung und somit das größte Laufvergnügen garantiert!

Das Wichtigste: passen und gut anfühlen
Gleich welche Marke, welches Modell, ob Klassiker oder top-moderner Schuh mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen: „Das Wichtigste ist nach wie vor, dass jeder den für ihn optimalen Schuh trägt, um auch maximales Vergnügen beim Laufen verspüren zu können“ – so Alfred. Daher empfiehlt der Experte vor allem LaufanfängerInnen, aber auch erfahrenen JoggerInnen, mittels Laufanalyse beim Fachhändler das richtige Modell für sich selbst zu finden. Und wem das gelungen ist, der kann sich Jahrzehnte lang des beschwerdefreien Laufens erfreuen!

"Rasender Reporter" Matthias beim Salzburg Marathon 2016

Hallo, liebe Community!


Der Salzburg Marathon war für mich wirklich ein großes Erlebnis.
Die Vorbereitung lief bis auf ein paar Wehwechen - typisch Ü40 *g* - sehr gut. Einzig einen richtigen Testwettkampf konnte ich nicht absolvieren. Und da ich auch keine Leistungsdiagnostik im Vorfeld machte, musste ich mein Leistungsvermögen anhand von Erfahrungswerten einschätzen. Jedenfalls ging ich sehr positiv gestimmt an den Start - meine Aufgabe als "Rasender Reporter" hatte ich stets im Hinterkopf und sammelte brav Eindrücke des Marathons. Für mich war es vor allem toll, dass ich im Rahmen des Salzburg Marathons die Österreichischen (und gleichzeitig Tiroler) Meisterschaften für meinen Verein SK Rueckenwind aus Tirol bestreiten konnte. Das bedeutete z.B. Start von ganz vorne und daher gleich zügiges Laufen ohne Gedränge.

Auf geht's - mit prominenter Begleitung
Das Wetter war auch ganz prima. Wolkig, nicht kalt und eher wenig Wind. Ich fand gleich einen guten Rhythmus und versuchte schön gleichmäßig ins Rollen zu kommen. Karin Freitag, zuletzt 4-fache Staatsmeisterin im Marathon und eine sehr sympathische Laufkollegin, hängte sich bei mir an und so ging es aus Salzburg raus und auf einer langen Geraden mit Schotter in Richtung Schloss Hellbrunn.

Da einer der spannenden Aspekte dieses Rennens das "Duell" zwischen Anita Baierl und eben Karin Freitag um den Staatsmeistertitel der Damen war, hatte ich sehr oft ein Motorrad mit Kamera neben mir. Natürlich nicht "wegen" mir, aber das machte die Sache trotzdem sehr aufregend. Passiert einem Hobbyläufer ja nicht allzu oft. :-)

Beim Schloss Hellbrunn liefen wir über den (fast) roten Teppich in Richtung Kilometer 5 und zur ersten Labestation. Ich hatte am Vortag auf der Marathonmesse bei einer sehr freundlichen Dame sieben Getränkeflaschen als Eigenverpflegung abgegeben und freute mich schon auf #1. Ich bin nämlich zu untalentiert, um im Laufschritt aus Bechern zu trinken, denn dann habe ich die Flüssigkeit überall, nur nicht im Mund.


Es läuft...
Kurz darauf holte ich die führenden Damen ein und - da ich eben gerade schneller unterwegs war - ging dort in die Spitze. Sehr schräg. Jetzt hatte ich einen richtigen Pulk neben mir. Das Motorrad fast immer vor mir und das langjährige Aushängeschild im österreichischen Laufsport, Günter Weidlinger, am Rad neben mir. Er unterstützte wohl vor allem Anita Baierl bei ihrem Marathondebüt.
Natürlich ist der Salzburg Marathon mit großen Städtemarathons wie Berlin oder Hamburg (mehr kenne ich nicht) von der Zuschauerkulisse deutlich kleiner, hat aber sicher seinen eigenen Reiz und Charm. Ich war schon 2012 hier am Start und konnte damals meine persönliche Bestzeit auf 02:51:48 drücken. Auch von daher hatte ich natürlich gute Erinnerungen. 

Jedenfalls lenkte mich der ganze Trubel wunderbar ab und wir kamen recht flott wieder Richtung Innenstadt, wo der gleichzeitig gestartete Halbmarathon endete und die Marathonläufer in die zweite Runde einbogen.

Halbmarathon Durchgangszeit: 01:19:44 - Das war mein insgeheimes Ziel, bin es aber wohl doch etwas zu forsch angegangen.

Erneut auf der langen Geraden zum Schloss Hellbrunn "verlor" ich Anita Baierl und lief nur noch mit der Führenden Tayr Fatuma-Usen und einem weiteren Mann sozusagen im Schlepptau. Tayr fragte mich genau alle 1,2 Kilometer nach der Zeit (damit lässt sich die zu erwartende Endzeit am leichtesten ausrechnen). Und schien zufrieden. Bis ich bei Kilometer 29 etwas langsamer wurde. Da ging sie mit lockerem Schritt an mir vorbei und dahin.


Ablenken und mental stark bleiben
Nun wurde es hart. Keine Ablenkung und das, wo ich diese grad sehr gut hätte brauchen können. Aber einen Marathon läuft man nicht ohne Anstrengung, wenn man seine eigenen Reserven ausschöpfen möchte. Und ich war nun an diesem Punkt angekommen. Jetzt hieß es im Kopf stark zu bleiben. Ich spielte alle meine Bewältigungsstrategien durch: Konzentration auf den eigenen Körper und versuchen wirklich aktiv zu laufen, um die Pace nicht total zu verlieren. Kilometer schön langsam runterzählen. "Nur mehr 10 Kilometer! ", "In 3 Kilometern kommt die nächste Labestation!" (und das ist das nächste Ziel). "Vor 21 Kilometern war ich auch schon hier und es war nicht mehr weit bis zum Ziel!". Undsoweiterundsofort. So konnte mich auch der jetzt einsetzende Nieselregen nicht wirklich aus der Bahn werfen, auch wenn es etwas rutschig wurde.

Diese Ablenkung funktioniert bei mir recht gut. Ich war laut meiner Uhr sogar schneller, als ich mich fühlte. Und DAS gab mir wohl den entscheidenden Motivationsschub: Auch wenn es mit 02:39:xx nichts werden sollte, meine aktuelle Marathonbestzeit von 02:42:06 aus dem Jahr 2014 konnte sich trotzdem noch ausgehen.


Finale
Leider kamen ab Kilometer 37 ziemlich schwere muskuläre Probleme dazu. Ich habe Probleme mit dem Meniskus im rechten Knie und lief dadurch nicht ganz sauber. Nun fing es rechts sowohl im Oberschenkel als auch im Wadl zu krampfen an. So wurden die letzten Kilometer zum Eiertanz. Das laufende Hochrechnen der Endzeit, die wieder belebter werdende Gegend und ein letzter Energieschub brachten mich zum Ziel beim Festspielhaus.
Ich musste auf den letzten paar Hundert Metern zwar noch einen Mitstreiter ziehen lassen, aber es war einfach kein schneller Schritt möglich, ohne dass mir die Krämpfe so richtig eingeschossen wären.


Bestzeit!
ABER - 02:41:14 netto - neue persönliche Bestzeit und auch mit den Platzierungen sehr zufrieden:
  • 12. Platz gesamt bei den Österreichischen Meisterschaften
  • 5. Platz in der Altersklasse M40
  • 2. Platz gesamt bei den Tiroler Landesmeisterschaften
  • 1. Platz in der Altersklasse M40
Danach hielt ich mich gar nicht lange im Ziel auf. Wartete noch auf die Zielankunft von Karin Freitag, die schlussendlich knapp 2 Minuten hinter Anita Baierl (02:42:35) zweite Dame wurde, um ihr zum Rennen zu gratulieren und machte mich dann direkt auf ins Hotel, um zu duschen und mein Zimmer zu räumen. Schließlich hatte ich um 13:00 Late-Check-Out.



Der restliche Tag war gemütlich und auch etwas feierlich. Da die Top 3 der Tiroler Meisterschaft auch im Rahmen der Siegerehrung ausgezeichnet wurden, durfte ich sogar noch auf der großen Bühne auf das Stockerl "klettern". Ging grade noch :-)

Vielen Dank an Erste Sparkasse Running für den Startplatz. Ich finde es wirklich toll, wie ihr euch im Laufsport engagiert. Keine Ahnung wie viele hellblaue Startsackerln ich schon zu Hause horte. Die kann man nämlich immer brauchen.
Keep on running!

Matthias


PS: Wenn ihr noch mehr von mir lesen wollt, schaut doch mal auf http://blog.running.tirol/ vorbei!